
Ein Muss für das CD-Rack - In der Tat muss das für Steve Ray Vaughan ein bemerkenswertes Konzert gewesen sein, denn er wollte unbedingt immer in der Carnegie Hall spielen. Am 3.10.1984 spielte er dann endlich ein Benefit-Concert für eine Leukemie- und Krebsstiftung, und das einen Tag nach seinem 30. Geburtstag. Bemerkenswert ist dieses Konzert allerdings auch, weil er nur für diesen einen Anlass Double Trouble für den zweiten Teil des Konzerts zu einer Big Band mit fünf Bläsern erweiterte. Darüber hinaus wurde die Band verstärkt von Dr. John (key), einem zweiten Drummer, George Rains, der Blues-Sängerin Angela Strehli und seinem Bruder Jimmy Vaughans (g).Der erste Teil des sehr guten Konzertes wird allein bestritten von Double Trouble, ab Letter To My Girlfriend wurde dann mit der Big Band gejammt und das kann sich hören lassen, denn die Band, die nur wenige Tage Zeit für Proben hatte, läuft wie eine gut geschmierte Maschine auf höchster Drehzahl. Unglaublich! Interessant ist auch, dass die Band nicht nur ihre üblicherweise eigene Set-List spielte, sondern Steve Ray Vaughan auf Nummern von seinen eigenen Vorbildern wie Albert King und Albert Collins zurückgriff. C.O.D ist klasse mit der stampfenden und röchelnden B3-Hammond von Dr. John und bei Iced Over treiben die fünf Bläser den Rest der Band zu einem Hochgeschwindigkeits-Rennen an. Lenny ist ein wunderschönes Gitarren-Instrumental, wobei man hören kann, wozu dieser begnadete Gitarrist auch bei leisen Tönen überhaupt fähig war.Wer Steve Ray Vaughan mag, wird diese CD ohnehin kaufen. Wer aber noch keine CD von ihm haben sollte, aber auf erstklassige Live-Musik steht, der muss hier zugreifen. Eine absolut geniale CD von einem Ausnahmekünstler!
Wenn sechs Saiten singen ... - Was soll man über Stevie Ray Vaughan noch sagen, ohne in Wiederholungen und ausschließliche Superlative abzudriften ?Der Mann ist einfach grandios und gehört zweifelsfrei zu den besten (Blues-) Gitarreros die es je gab. Sowohl sein Songwriting als auch sein unverwechselbarer Stil haben ihn schon zu Lebzeiten in den Olymp der Gitarrenhelden erhoben. Leider kam er tragischerweise bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben.Aber was bleibt ist seine Musik. Und die hat s in sich !Die ersten Schock-Erlebnisse bekommt man bei dieser Live-Scheibe schon bei Scuttle Buttin und Testifyin und man kann sich einfach nur fragen, wie so ein Gitarren-Rausch möglich ist - und das fragt man sich das ganze Album hindurch ...Eindeutiger Höhepunkt ist aber natürlich Pride And Joy, ein unnachahmlicher Song, den man einfach lieben muß !Ein weiteres Highlight ist das herrliche, orgiastisch-getragene Lenny, das einem die Tränen in die Augen treiben kann.Letztendlich bleibt man nach Rude Mood mit offenem Mund vor den Boxen stehen und kann kaum glauben, was man da eben gehört hat.Live at Carnegie Hall ist qualitativ gut und gehört sicherlich zu den besten Live Alben die es gibt, insbesondere auf dem Blues-Sektor.Wer Stevie Ray Vaughan noch nicht kennt, der sollte ihn kennenlernen. Diese Scheibe gibt einen schönen Querschnitt seines Schaffens und ist uneingeschränkt sowohl für Blues-Veteranen als auch für Blues-Neulinge zu empfehlen !!Also: Album kaufen, ab in den CD-Player und den sechs Saiten beim singen zuhören ....